Kennenlernen von Wildschweinen in Wildparks

 

Sehr viele Wildparks beheimaten Wildschweine und machen diesen zu einem beliebten Ausflugziel.
Diese Wildparks sind oft die einzigste Möglichkeit, Wildschweine aus unmittelbarer Nähe zu betrachten. Gerade Kinder erfreuen sich wenn sie Frischlinge sehen.
Oftmals kann in diesen Wildparks beobachtet werden, dass Spaziergänger diese Tiere füttern. Obwohl dies bei Wildschweinen laut EU-Verordnungen verboten ist, wird dies in manchen Parks wird dies geduldet.
© Frank Siegwarth / wildschweine.net
An sonnigen Sonn- oder Feiertagen kommt es zu regelrechten Besucherströmen. Das führt dazu, dass die Tiere ein Überangebot an Nahrung vorfinden, welche größtenteils gar nicht zum Verzehr für Wildschweine geeignet sind.
© Frank Siegwarth / wildschweine.net
Leider betrachten viele die liebenswerten Borstentiere als Müllschluckern auf 4 Paarhufen. Verfüttern Sie bei Ihren Besuchen bitte keinesfalls Speiseabfälle, sondern geben Sie den Wildschweinen (gilt natürlich auch für andere Arten) nur Futter, das sie auch auf ihren Streifzügen in freier Wildbahn finden würden!
Alles andere macht die Tiere krank!
© Frank Siegwarth / wildschweine.net
Einige Lebensmittel, die auf den ersten Blick ungefählich erscheinen, können gar lebensbedrohliche Krankheiten auslösen.


Keiler (Bräunling)
neugieriger Bräunlings-Keiler

Verschiedene menschliche Lebensmittel sind für Schweine, also auch Wildschweine gefährlich. Diese sind in dieser Tabelle aufgeführt.




Liste der für Schweine gefählichen Lebensmittel





Auf den Speiseplan gehören, z.B. Früchte wie Äpfel, Eicheln oder auch Kartoffeln, und Tomaten. Gegen Gemüseverschnitt, der beim Putzen von frischem Gemüse oder Salat anfällt, ist nichts einzuwenden, solange dieser unbehandelt ist!
Verfüttern Sie auf gar keinen Fall Fleisch oder bereits zubereitete Speisen, diese können im schlimmsten Fall einen Ausbruch einer Seuche, wie z.B. Schweinepest bewirken!!
Füttern Sie auch nicht im Übermaß, denn wenn jeder Besucher etwas mitbringt, so führt dies zu einer Überfütterung der Tiere und fördert somit Krankheiten.
Bitte bedenken Sie das bei Ihren Besuchen!


Bache mit Frischlingen
Bache mit Frischling im Sommerlook

In vielen Wildparks wurde eine E.U.Verordnung, die Schweinehaltungshygieneverordnung, umgesetzt. Hier herrscht nun ein Fütterungsverbot für Unbefugte. Das bedeutet, die Tiere dürfen nur noch vom Personal und nicht mehr von den besuchern gefüttert werden.

Elektrozaun
Verbotsschild in einem Wildpark - hier ist das Füttern verboten!


Desweiteren besagt die o.g. E.U. Verordnung, dass Wildschweine, sobald sie in einem Gehege gehalten werden, keine Wildschweine mehr sind, sondern nur noch gewöhnlicher Schweinebestand in Freilandhaltung. Diese Verordnungen der Freilandhaltung sind nun auch bei den Gehegewildschweine einzuhalten,was auch bauliche Maßnahmen nach sich zieht.
So muß ein unschöner Doppelzaun in ca. 2m Abstand zum äußeren Zaun vorhanden sein. Meist wird die Elektrozaunvariante innerhalb des Geheges umgesetzt. Vorteilhaft sind hier Kunststoffbänder, das diese langlebiger sind, als die klassische Drahtlitze. Auch sieht das nicht mit dem besten Sehvermögen ausgestattete Schwarzwild ein solches Band besser als eine Litze.

Leider entsteht bei den Parkbesuchern oft der Eindruck, Wildschweine seien besonders gefährlich und müssen daher doppelt eingezäunt werden. Der Sinn dieser Verordnung ist allerdings ein ganz anderer. Man möchte einer mögliche Infektion der im Gehege lebenden Wildschweine mit der europäischen Wildschweinepest (ESP), aber auch mit anderen Erregern vorbeugen. Dieser Erreger der ESP tritt bei freilebendem Schwarzwild auf und kann auch einen Schweinebestand mit gewöhnlichen Hausschweinen infizieren.
Vielerorts werden und wurden die freilebenden Wildschweine erfolgreich gegen ESP geimpft. Leider dürfen Hausschweine nicht geimpft werden und ob sich dies in absehbarer Zukunft ändern wird ist fraglich. Auch Gehegewildschweine dürfen nicht geimpft werden, da sie ja nur noch Schweinebestand in Freilandhaltung und kein Schwarzwild mehr sind.
Möglicherweise hat man dieses Thema etwas zu bürokratisch, fernab von der Praxis, zu lösen versucht.


Erklärung der Rechtslage
eine Erklärung der Parkbetreiber
Elektrozaun
Elektrozaun mit Drahtlitze in einem Wildgehege

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