Das Problem der so genannten Überpopulation


Die Jagd
Für viele Personen ist die Jagd ein hitziges Thema.
Leider passieren auch bei der Jagd entgegen besserem Wissen Fehler, die massiven Einfluss auf die Population der Wildschweine haben.
Einige "gut betuchte" Personen betrachten die Jagd leider als exklusives Hobby. Geld spielt oftmals keine Rolle, wenn es um dieses gesellschaftliche Event und das Dabeisein in diesem exklusiven Kreise geht.
Diese Hobbyjäger können an sogenannten Treibjagden, eine Art der Bewegungsjagd, gegen eine Gebühr teilnehmen. Doch oftmals scheint gerade bei diesen Hobbyjägern ein großes Defizit in puncto Ausbildung und Wissen zu existieren.
Jagdziel sollte stets die Hege und damit die Schaffung eines gesunden und ausgeglichenen Wildbestandes sein. Viele dieser Hobbyjäger sehen das scheinbar anders und allzugerne brüstet man sich mit seinem Abschuß. Eingentlich sollte man die Anzahl der Wildschweine im Jugendalter ausdünnen, aber nur allzuoft wird beim Anblick des ersten Wildschweins gleich drauf los geschossen, ganz gleich ob Bache, Keiler, Überläufer oder Frischling.

Hochsitz
Hochsitz am Waldrand

Bei groß angelegten Treibjagden wird das erlaubte Gewicht meistens bei weitem überschritten. Liegt nun ein 120 Kg Wildschwein auf der Strecke, das die z.B. erlaubten 40 Kg und die tollerierten 60 Kg bei weitem überschreitet, so zahlt der Schütze nun Geld dafür, dass er dieses "Übergewicht" geschossen hat. Konsequenzen für den Schützen, wie z.B. einen Ausschluß vor weiteren Treibjagdten, gibt es nicht. Dabei kann ein solch unsachgemäßer Abschuß weitreichende Folgen für die soziale Struktur einer Rotte haben.
Wird eine Leitbache geschossen, so hat dies für die Rotte verheerende Folgen!
Die Rotte ist nun ohne Führung und bis sich eine neue Leitbache ihren Platz erkämpft hat, dauert es einiges an Zeit. So kann es durch das Fehlen der Leitbache dazu kommen, dass die Bachen mehrmals im Jahr frischen, denn genau diese fehlende Leitbache kontrollierte bisher ja wer sich fortpflanzen darf und wann dies geschieht (Rauschsynchronität).
Durch den Verlust der Leitbache fehlt nun genau dieser Kontrollmechanismus innerhalb der Rotte. Andere Personen behaupten zudem noch, es gäbe diese Rauschsynchronität und den Kontrollmechanismus der Leitbache überhaupt nicht.
In manchen Gegenden geht es sogar soweit, dass sogenannte "Herodes-Prämien" auf erlegte Frischlinge ausgesetzt werden. Auch dies hat zur Folge, dass Bachen aus Angst um ihre Art mehrmals pro Jahr frischen (Nach- Zweitrausche).
Gleiches gilt beim Abschuss noch gestreifter Frischlinge.
Groteskerweise wird diese Tatsache nicht einmal abgestritten, sondern sogar in der einschlägigen Literatur ausführlich beschrieben und man ist sich dessen vollends bewusst!
Das Schwarzwild verstärkt zu bejagen kann also genau den gegenteiligen Effekt hervorrufen und die Population kräftig ankurbeln.

Die Ansitzjagd ist der Treibjagd in jedem Falle vorzuziehen. Der Jäger kennt in seinem Revier die Tiere und kann somit die richtigen Tiere schießen. Somit bleibt bei einer waidgerechten Durchführung der Jagd die empfindliche Sozialstruktur des Schwarzwildes unangetastet.


Ein möglicher Grund für eine unsachgemäße Art der Jagd ist der finazielle Druck, der auf dem Jagdpächter lastet. Dieser muss nämlich für die Wildschäden aufkommen, die z.B. auf Feldern entstehen. Um sich vor finaziellem Schaden, der unter Umständen schnell einen vierstelligen Betrag und mehr erreichen kann, zu schützen, schießt man dann lieber zu viel, als zu wenig.
Vielleicht würde es sich lohnen ernsthaft über eine Art Wildschadensausgleichs-Kasse nachzudenken. So würde der Druck vom Jagdpächer genommen und die Hege eines gesunden und ausgeglichenen Wildbestandes wäre möglich.



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