Die Rauschzeit


Im fortgeschrittenen Alter müssen die Frischlinge sich nun der Rangordnung innerhalb der Rotte beugen. So werden sie beim Fressen meist nur noch vom Muttertier in unmittelbarer Nähe geduldet.
Die Leitbache ist stets die erste am Futterplatz. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass deren Frischlinge oftmals das beste Futter abbekommen und größer und stärker sind als die restlichen Frischlinge der Rotte. Diese Frischlinge werden sozusagen zur "Führungsperson" herangezogen und nehmen diese Position innerhalb ihrer späterern Gruppe mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein. © Frank Siegwarth / wildschweine.net
Wie bei vielen anderen Säugetieren auch, gibt es bei den Wildschweinen die Verhaltensweisen, dass das Muttertier den verstorbenen Nachwuchs auffrißt. Das hat nichts mit Kanibalismus zu tun. Der Grund hierfür ist die Sicherheit der Rotte. Dadurch, dass die die Bache verendeten Nachwuchs auf diese Art entsorgt, werden mögliche Freßfeinde nicht angelockt. Es mag aus menschlicher Sicht grausam erscheinen, den eigenen, verstorbenen Nachwuchs zu verspeisen, aber bei einem Leben in freier Natur macht dieses Verhalten durchaus Sinn. © Frank Siegwarth / wildschweine.net
Nach einem Jahr sind die Frischlinge zu sogenannte Überläufern (Bachen und Keiler) geworden. Man zählt ab dem ersten April die Vorjahresfrischlinge als Überläufer. Diese Überläufer werden schon bald vertrieben, um ihrem eigenen Wege nachzugehen und bilden dann eine sogenannte Überläuferrotte. Es wurde schon oft beobachtet, dass diese Überläufer sich in den Herbst- und Wintermonaten wieder zeitweise zu ihrer Elternrotte gesellen.

Überläuferkeiler
Überläufer im Wildgehege


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